u:japan lectures

Season 6 | Spring 2023 | University of Vienna - Department of East Asian Studies - Japanese Studies


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 season overview
ID Date* Mode** Guest / Lecturer
s06e01 2023-03-02 hybrid (jp) Tsuboi Hideto
s06e02 2023-03-09 hybrid (de) Wolfgang Herbert
s06e03 2023-03-16 hybrid (de) Roland Domenig
s06e04 2023-03-23 hybrid (en) Carmen Tamas
s06e06 2023-04-20 hybrid (en) Helena Hof
s06e08 2023-05-04 hybrid (en) Patrycja Duc-Harada
s06e09 2023-05-11 hybrid (en) Kate Sylvester
s06e10 2023-05-25 hybrid (en) Otaka Junichiro
s06e12 2023-06-15 hybrid (de) Higuchi Ryuichi
s06e13 2023-06-22 hybrid (en) Ayaka Löschke
s06e14 2023-06-29 hybrid (de) Wolfgang Herbert

*Date & Time

usually Thursdays from 18:30 to 20:00, LL = Lunch Lectures Thursdays from 12:30 to 14:00

**Mode & Language

onsite = Seminarraum 1 @ Department of East Asian Studies, Japanese Studies (University of Veinna Campus, Spitalgasse 2, Hof 2.4, 1090 Vienna)
online = via Zoom (no registration necessary)
hybrid = onsite and live stream via Zoom

en = English, jp = Japanese, de =German

Records

Only lecture conducted in online or hybrid mode, marked with an R, will be recorded and available as view on demand lectures in the recorded lectures section.


キャンプ文学の構想:旧満洲、シベリアその他 - Ein kleines Konzept von Lager-Literatur: Mandschurei, Siberien usw.

02.03.2023 18:30 - 20:00

A hybrid u:japan lecture by 坪井秀人 Tsuboi Hideto (Waseda University, Tokyo).

 

| Abstract |

In his lecture, held in Japanese, the renown literary scholar Tsuboi Hideto analyses the post war production of Japanese literature in the former colony Manchuria and soviet Siberia and develops the concept of キャンプ文学 „camp-literature“.
   Besides stories from his fieldtrip where he visited the remains of historic sites (now in Russia and China) his talk features besides others the following works of literature: 蛙昇天 Kaeru shōten [The Ascension of a Frog], 1951 by 木下順二 Kinoshita Junji, シベリヤ詩集 Shiberia shishū [Siberian Poetry], 1952 by 長尾辰夫 Nagao Tatsuo, 俘虜記 Furyoki [Taken Captive], 1948 by 大岡昇平 Ōoka Shōhei and サンチョ・パンサの帰郷 Sancho Pansa no kikyō [Homecoming of Sancho Panza], 1963 by 石原吉郎 Ishihara Yoshirō.

| Bio |

Tsuboi Hideto (坪井秀人) is professor of Waseda University, Tokyo and professor emeritus of the International Research Center for Japanese Studies, Kyoto and of Nagoya University. He has written on the issues of body politics, sense representation and the other in modern Japanese literature. His publications include Koe no Shukusai: Nihon Kindaishi to Sensō (Fest of Voices: Modern Japanese Poetry and War), University of Nagoya Press, 1997, Kankaku no Kindai: Koe, Shintai, Hyōshō (Sensibilities in the Modern Age: Voice, Body and Representation), University of Nagoya Press, 2006, Sei ga kataru: 20 Seiki Nihon Bungaku no Sei to Shintai (Sexuality Speaks: Sex/Gender and Body in the Literature in Twentieth-Century Japan ), University of Nagoya Press, 2012, Nijûseiki Nihongo shi o omoidasu (Remembering the Twenty Century Japanese Language Poetry), Shichôsha, 2020. and Sengo Hyôgen: Japanese Literature after 1945 (Postwar Expression: Japanese Literature after 1945), University of Nagoya Press, 2023.

| Date & Time |

u:japan lecture | s06e01
Thursday 2023-03-02, 18:30~20:00
max. 50 participants (on site) + max. 300 participants (online) 

| Place & Preparations | 

| Plattform & Link |

| Further Questions? |

Please contact ujapanlectures.ostasien@univie.ac.at or visit https://japanologie.univie.ac.at/ujapanlectures/s06/#e01.

Organiser:

Institut für Ostasienwissenschaften - Japanologie

Location:
Seminarraum 1 (Hof 2, Tür 2.4, EG)

Die Yakuza im Aussterben: Neu(un)ordnung der japanischen Unterwelt

09.03.2023 18:30 - 20:00

A hybrid u:japan lecture by Wolfgang Herbert (Tokushima University, Japan).

| Abstract |

Der altgediente Kriminaljournalist Mizoguchi Atsushi spricht von „tektonischen Verschiebungen“ in Japans Unterwelt. Er hat auch den Begriff für neue kriminelle Cliquen geprägt: Hangure. Nicht rechtstreue Bürger, nicht Yakuza, beides zur „Hälfte“ (han) und „heruntergekommen“ (von „gureru“), aber eben auch nur auf halber Strecke. „Gure“ kann auch für „grau“ in Grauzone stehen. Anhand exemplarischer (Auto)Biographien wird der Referent versuchen, das Milieu und die Lebenswelt der hangure zu schildern.  
Es  handelt sich bei ihnen um lose, netzwerkartige, kurzfristige, deliktzentrierte Zweckverbindungen, die Polizei spricht auch von „amöbenhafter“ Struktur. Meist handelt es sich um kleine Zellen, aber manche hangure imitieren die Yakuza-Organisationen in ihrem pyramidenhaften Aufbau und es sind Banden mit mehreren hundert Mitgliedern aufgeflogen. Ihre Haupteinnahmequelle sind Betrugsverbrechen, wobei betuchten Betagten mit diversen Schwindeleien die Ersparnisse abgeluchst werden (sog. furikomesagi = Betrügereien via Banküberweisung). Dazu gehört auch Investitionsbetrug. 
Daneben gibt es massiv gewaltbereite hangure, die zunehmend Yakuza-Domänen wie das Kredithaiwesen, Schuldeneintreiben, Schutzgelderpressung und die Sexindustrie übernehmen. Im Nachtleben sind sie heute dominant, betreiben „Girl Bars“ und Host-Clubs, in denen exorbitant überhöhte Preise abgepresst werden. Auch das Glücksspiel (Internet) und der Drogenhandel gehen in ihre Hände über. Es bilden sich hybride Formierungen aus: Yakuza und Ex-Yakuza fungieren als Auftraggeber oder Consiglieri oder werden gar Mitglieder. Es kommt zu Geldfluss zu den Yakuza, die für Protektion und Logistik sorgen. 
   Die landesweite Mannstärke der Yakuza weist in den letzten Jahren einen beträchtlichen Schwund auf. Der Nachwuchsmangel ist eklatant. Ökonomisch haben die Yakuza eine Modernisierung und Adaption an die Informationsgesellschaft verpasst. Sie stehen unter fatalem Druck der Strafverfolgungsbehörden. Unter deren Radar bleiben hingegen die neuen kriminellen Gruppen, die nicht Objekt der rigorosen Anti-Yakuza-Gesetze und Ausschlussverordnungen sind. Auf dem kriminellen Markt geschieht ein Verdrängungswettbewerb und Generationswechsel, der die Yakuza mehr und mehr zum Verschwinden bringt. Dafür erleben sie eine filmische Auferstehung auf Netflix, worauf der Referent auch kurz verweisen wird.  

| Bio |

Dr. Wolfgang Herbert, Promotion in Japanologie (Nebenfach: Religionswissenschaften) an der Universität Wien 1993, Professor für Vergleichende Kulturwissenschaften an der Universität Tokushima. Hauptautor (mit Dirk Dabrunz) des Buches: Japans Unterwelt. Reisen in das Reich der Yakuza. 2. aktualisierte Aufl. Berlin: Reimer 2022. Ein aktueller Artikel zum Thema erschien in den OAG Notizen 2022 (11) unter dem Titel „Saraba Yakuza – Aufstieg der Hangure“

| Date & Time |

u:japan lecture | s06e02
Thursday 2023-03-09, 18:30~20:00
max. 50 participants (on site) + max. 300 participants (online) 

| Place & Preparations | 

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Please contact ujapanlectures.ostasien@univie.ac.at or visit https://japanologie.univie.ac.at/ujapanlectures/s06/#e02.

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Institut für Ostasienwissenschaften - Japanologie

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Seminarraum 1 (Hof 2, Tür 2.4, EG)

Jüdische Filmemacher im Shanghaier Exil während der japanischen Okkupation: Betrachtungen zum Dokumentarfilm Driven People/ Sokoku o owarete (1940) von Gertrud Wolffsohn

16.03.2023 18:30 - 20:00

A hybrid u:japan lecture by Roland Domenig (Meiji Gakuin University, Tokyo)

| Abstract |

In der einschlägigen Fachliteratur zur deutschen Filmgeschichte sucht man vergebens nach dem Namen der jüdischen Regisseurin Gertrud Wolffsohn, die nach ihrer Flucht vor den Nazis in Shanghai mit Unterstützung der von Kawakita Nagamasa geleiteten China Film Company einen Dokumentarfilm über die nach Shanghai emigrierten Juden drehte, der in der deutschsprachigen Filmgeschichtsschreibung und in der jüdischen Exilforschung im besten Fall als Fußnote Erwähnung findet. In japanischen Quellen zur Geschichte der China Film Company findet der Film zwar gelegentlich Erwähnung, man erfährt aus ihnen aber über die Regisseurin nicht viel mehr als ihren Namen und wenig Konkretes über den Film, der als Fundraising-Projekt für die jüdische Flüchtlingshilfe geplant war, dessen Produktion laut Quellen aber auf Befehl des japanischen Militärs eingestellt werden musste, weshalb er als unvollendet und verschollen gilt. 
 Eine kritische Überprüfung der bisher bekannten japanischen Quellen sowie bislang unveröffentlichte neue Quellen stellen obige Darstellung jedoch in Frage. In dem Vortrag werde ich zunächst die Regisseurin des Films, Gertrud Wolffsohn, und dessen Produzenten Kawakita Nagamasa, kurz vorstellen, das Zustandekommen des Films und dessen Inhalt betrachten und schließlich eine Neubewertung des vermeintlich unvollendeten Films anstellen. 

| Bio |

Dr. Roland Domenig, Associate Professor für japanische Filmgeschichte an der Meiji Gakuin Universität in Tokyo, hat an der Universität Wien im Fach Japanologie promoviert, und ist Vize-Präsitent des Akademischen Arbeitskreises Japan (AAJ). Sein hauptsächliches Forschungsgebiet ist die Geschichte des japanischen Films, insbesondere die des frühen Films und die des unabhängigen Kinos der 60er Jahre (u.a. ATG). Domenig ist auch als Kurator Japan-spezifischer Filmprogramme (u.a. für BFI, MoMA, Cinematheque Francaise sowie zahlreiche internationale Filmfestivals), Berater von Filmfestivals sowie als Untertitelübersetzer tätig. 

| Date & Time |

u:japan lecture | s06e03
Thursday 2023-03-16, 18:30~20:00
max. 50 participants (on site) + max. 300 participants (online) 

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Seminarraum 1 (Hof 2, Tür 2.4, EG)

It’s a (Gentle)Men’s World: Gendered Communities within Tenjin Matsuri

23.03.2023 18:30 - 20:00

A hybrid u:japan lecture by Carmen Sapunaru Tămaș (University of Hyogo, Japan)

| Abstract |

This lecture is a brief overview of one of Japan’s three greatest festivals, Tenjin Matsuri, from the perspective of the first scholar/ non-Japanese national/ female who was allowed to attend all the annual events (from organizational meetings and formal shrine visits to budget reviews and drinking parties) of Otori Mikoshi Group. Tenjin Matsuri is supported by 24 active groups (), but the most significant ones are exclusively male: Gohoren Kô, Otori Mikoshi Kô, Taiko Naka Kô. Tenjin Kô is one of the six groups who make the major decisions related to the festival, they do have numerous female members, but those members, however, do not become kômoto (group leaders). This presentation will focus on the role each traditional gender plays in the management and performance of the festival, in an attempt to provide a better understanding of the social and sacred mechanisms at play, as well as the changes (if any) that have occurred in contemporary society. 

| Bio |

Carmen Sapunaru Tămaș is a professor and the coordinator of the Japanese language and culture program at the University of Hyogo. Her most recent publications include: “Ritual Practices and Daily Rituals. Glimpses into the World of Matsuri” (Pro Universitaria 2018), “Beliefs, Ritual Practices and Celebrations in Kansai” (Pro Universitaria 2019, 2022, 2023), “Forms of the Body in Contemporary Japanese Society, Literature, and Culture” (edited with Irina Holca, Lexington Books 2020), and “Epidemics and Ritual Practices in Japan” (edited with Kathryn M. Tanaka, Pro Universitaria 2022). 

| Date & Time |

u:japan lecture | s06e04
Thursday 2023-03-23, 18:30~20:00
max. 50 participants (on site) + max. 300 participants (online) 

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Seminarraum 1 (Hof 2, Tür 2.4, EG)

[CANCELLED] Why study abroad in East Asia? Motivating factors shaping European students’ mobility decisions

30.03.2023 12:30 - 14:00

A virtual u:japan lunch lecture by Miloš Debnar (Ryūkoku University) & Wolfram Manzenreiter (university of Vienna)

| Abstract |

Research on international student mobility (ISM) represents a growing field of study and contributes to the understanding of mobility decisions, how they are embedded in institutional, social and national contexts, and how participation in mobility programs contributes to the reproduction of class status. Yet previous studies largely fail to acknowledge the increasing diversity in patterns and directions behind the complex motivations leading to study abroad decisions. Using a mixed methods data set on students of East Asian Studies from Austria, Czech and Slovakia, we question the validity of neoliberal explanations that often “reduce mobility goals to pure economics” (Lipura and Collins 2020). Our results, by contrast, demonstrate that study abroad in the fields of Chinese, Japanese, and Korean Studies is perceived as essential part of studies and expectations on the outcome of studying abroad are less oriented on the career. Rather, it is a combination of non-material and cultural dimensions that emerge from our questionnaire and interview data as crucial in prompting students’ motivation. We discuss differences in relation to institutional arrangements, national contexts and wider social changes that contribute to shaping motivations of study abroad across our sample. Finally, we discuss the possible theoretical implications of our findings for furthering research on international student mobility.

| Bio |

Miloš Debnar is Associate Professor of Sociology at Ryūkoku University and currently Visiting Scholar at the Department of East Asian Studies. His research focus lies on international migration.

Wolfram Manzenreiter is Professor of Japanese Studies at the University of Vienna. His research interest is concerned with globalization issues and the question of happiness in contemporary Japan.

| Date & Time |

u:japan lecture | s06e05
Thursday 2023-03-30, 12:30~14:00
max. 300 participants (online) 

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online

The EU Migrant Generation in Asia: Middle-Class Aspirations in Asian Global Cities

20.04.2023 18:30 - 20:00

A hybrid u:japan lecture by Helena Hof (University of Zurich, Switzerland)

| Abstract |

Looking at young Europeans who migrated to Tokyo and Singapore in the 2010s, this book sheds light on early-career migration and on socio-cultural change in Japan and Singapore. We see how migration to Asian business centres has become a way of distinction and an alternative way of middle-class reproduction for young Europeans. The book also reveals how perceived insecurities in the crisis-ridden EU result in these migrants’ migration or prolonged stays in Asia. This pioneering work makes the case for EU citizens’ aspired lifestyles and professional employment that is no longer only attainable in Europe or the West. Tokyo and Singapore have become their temporary homes. Having spent the crucial first life stage of ‘full’ adulthood and economic independence in Asia, the migrants have established grounds for a middle-class lifestyle that they might not be able to replicate back home. Japan’s and Singapore’s changing migration regimes, however, pose different barriers to the migrants, which results in ambiguous feelings towards their host societies. The analysis reveals a diametrical change in both country's migration policies and offers a nuanced portrayal of the way continous ethnic diversification and globalization affect the daily lives of foreign professionals in Tokyo and Singapore.

| Bio |

Helena Hof is Senior Research and Teaching Fellow in Social Science of Japan at the University of Zurich and a Research Fellow at the Socio-Cultural Department of the Max Planck Institute for the Study of Religious and Ethnic Diversity. Her work focuses on Japan and lies at the nexus of migration studies, the sociology of work, gender, ethnicity and race, and global cities and entrepreneurship. She is currently part of a German government-funded collaborative project on the role of skills in labor migration processes in Asia, within which Helena examines foreign entrepreneurs in Tokyo’s and Singapore knowledge-intensive startup scene. Helena holds guest researcher affiliations with Waseda's Institute of Asian Migrations in Tokyo and the Asia Research Institute’s Migration Cluster at the National University of Singapore and has published widely in academic journals such as Social Science Japan Journal, Ethnic and Racial Studies, Asia Pacific Migration Journal, and Mobilities.

| Date & Time |

u:japan lecture | s06e06
Thursday 2023-04-20, 18:30~20:00
max. 50 participants (on site) + max. 300 participants (online) 

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Location:
Seminarraum 1 (Hof 2, Tür 2.4, EG)

Yakuwarigo – real or fictionalized speech? How real Japanese influences role languages and how role languages are reflected in real Japanese

04.05.2023 18:30 - 20:00

A hybrid u:japan lecture by Patrycja Duc-Harada (Jagiellonian University in Cracow, Poland)

| Abstract |

The aim of this lecture is to present the widely discussed concept of yakuwarigo 役割語 ‘role language’ from two perspectives: fictionalized speech (using examples of characteristic lines and dialogue taken from popular anime, manga and drama series), as well as real Japanese language used in private and public spheres. This discussion promises to reach interesting conclusions concerning the impact of Japanese language and culture on role and character languages, and the ways and reasons for which role languages are occasionally and intentionally implemented in real speech as a communicative strategy.
   The first part of the lecture discusses major terms (yakuwari and yakuwarigo, kyarakutā and kyarakutā gengo, kyara, rashisa, sutereotaipu, rejisutā, etc.) from the perspective of linguistic stylization and Japanese sociolinguistics. In this part, standard language (hyōjungo), Japanese standard honorifics (keigo), but also non-standard honorifics (e.g. -ssu form) will be introduced as examples of role languages that play a significant part in portraying appropriate (demanded) or inappropriate (undemanded) behaviours. The topic of yakuwarigo’s potential impact on the language and behaviours of contemporary people and their speech will also be briefly discussed. 
   In the second part, selected examples of role languages and character languages that occur in real Japanese communication will be introduced. Two communicative spheres: private (e.g. teacher’s speech, parent’s speech), as well as public (e.g. posters, announcements, commercials, blogs, celebrity speech) will be distinguished in order to discover major tendencies and also explain motivations for using stylized speech. Finally, the occurrence of role language in language education (based on examples from textbooks) will be briefly presented to indicate the impact of role language and stylized language on young people’s linguistic competencies.
   The lecture is based on selected published sources referring to the discussed subjects, as well as the outcomes of the individual research conducted by the author in recent years. 

| Bio |

Patrycja Duc-Harada is an assistant professor at the Department of Japanese and Chinese Studies of Jagiellonian University in Cracow, Poland. She obtained her Ph.D. degree in linguistics in 2017, with a dissertation on Japanese youth sociolect. Her doctoral thesis was published as a monograph entitled Japoński socjolekt młodzieżowy jako manifestacja świadomości językowej młodego pokolenia (Eng. Japanese Youth Sociolect as a Manifestation of Linguistic Awareness of the Young Generation) in 2020. Her research focuses on various aspects of Japanese sociolinguistics, ethnolinguistics, pragmatics, as well as Japanese language education. She has conducted qualitative research on Japanese language during several fieldwork stays in Japan. Her recent research interest focuses on changes and transformations occurring within the category of Japanese honorifics.

| Date & Time |

u:japan lecture | s06e08
Thursday 2023-05-04, 18:30~20:00
max. 50 participants (on site) + max. 300 participants (online) 

| Place & Preparations | 

| Plattform & Link |

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Institut für Ostasienwissenschaften - Japanologie

Location:
Seminarraum 1 (Hof 2, Tür 2.4, EG)

Women and Martial Art in Japan

11.05.2023 18:30 - 20:00

A hybrid u:japan lecture by Kate Sylvester (The Swedish School of Sport and Health Sciences, GIH)

| Abstract |

This lecture will focus on the ethnographic work and key arguments from Dr Kate Sylvester’s recent publication, Women and Martial Art in Japan.  The book, based on extensive original research, examines the practice by women in a university sport setting of kendo, the Japanese martial art which, using bamboo swords as well as protective armour, and descended from traditional swordsmanship, instils in its practitioners, besides physical skills, societal values of etiquette and resilience as well connecting them to a “traditional” outlook, which includes a gendered cultural identity.
   The book therefore illustrates an unexplored example of identity construction in Japan, one which legitimises women’s sport experiences within a male-centric physical culture, unpacks the notion of “tradition” in kendo and unravels its stultifying control over women’s kendo participation, and discusses the androgenicity of women’s participation to highlight its subversive potential to develop women as leaders in sport, politics, and other fields which continue to be very male dominated in Japan. 

| Bio |

Dr Kate Sylvester is a research affiliate of The Swedish School of Sport and Health Sciences (GIH). Her work intersects school club sport (bukatsudō), gender identity politics, and cross-cultural transformations of body culture with a special focus on Japanese martial arts (budō). Kate has trained and competed in kendo for 31-years across multiple (cultural, international) settings. She is the head coach of the Swedish Women’s National Kendo Team.  

| Date & Time |

u:japan lecture | s06e09
Thursday 2023-05-11, 18:30~20:00
max. 50 participants (on site) + max. 300 participants (online) 

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Location:
Seminarraum 1 (Hof 2, Tür 2.4, EG)

Climate Change: Trends, Policies, and Japan‘s Efforts in the Global Endeavours towards Net-Zero

25.05.2023 18:30 - 20:00

A hybrid u:japan lecture by OTAKA Junichiro (Deputy Chief of Mission at the Embassy of Japan in Austria)

| Abstract |

In their recently published 6th Assessment Report in March 2023, the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) has painted a bleak climate future, stating that “continued greenhouse gas emissions will lead to increasing global warming, with the best estimate of reaching 1.5°C in the near term” (IPCC 2023:p12), further highlighting that climate change remains a crucial global issue that requires urgent attention and action from all countries. To address these issues, the international community has been developing several policies, mechanisms and multilateral agreements, such as The Paris Agreement, signed in 2015. However, achieving these goals requires significant efforts from all countries - particularly those with high levels of carbon emissions - while simultaneously having to balance the energy needs of developing and developed countries alike. Japan, as member of the international community, has been internationally committed to combat climate change, playing an active role in various international forums and initiatives and working to reconcile its national energy needs with international climate change needs.
   As former Director of Climate Change Division (2020-2022) at the Ministry of Foreign Affairs Japan, Otaka Junichiro gives unique insights on Japan’s engagement in international climate change cooperation and the country’s position on climate change policies while discussing current trends and examining the development of several multilateral climate change initiatives in this short lecture.

| Bio |

Mr. OTAKA Junichiro (大髙準一郎) is Minister (Deputy Chief of Mission) at the Embassy of Japan in Austria since August 2022. He joined the Ministry of Foreign Affairs, Japan (MOFA) in 1995. Working in the foreign service for 28 years, his career has focused on the area of the development of multilateral rule-making in international fora, including those relating to the international environment, human rights, disarmament, chemical and biological weapons, conventional weapons, and non-proliferation. He has taken part in coordinating and negotiating processes in these sectors during his appointments in relevant departments in Tokyo and abroad. Most recently, Mr. Otaka was directly involved in the foreign policy concerning climate change as the Director of Climate Change Division in the Ministry of Foreign Affairs from 2020 to 2022. During this time, he attended the COP26 held in Glasgow as a core member of the Japanese Delegation.
    Mr. Otaka holds a BA in International Relations from the University of Tokyo as well as a MSc in European and International Politics from the University of Edinburgh and a Master of Laws from the University of Cambridge, respectively.

| Date & Time |

u:japan lecture | s06e10
Thursday 2023-05-25, 18:30~20:00
max. 50 participants (on site) + max. 300 participants (online) 

| Place & Preparations | 

| Plattform & Link |

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Institut für Ostasienwissenschaften - Japanologie

Location:
Seminarraum 1 (Hof 2, Tür 2.4, EG)

Higuchi Ryuichi: "Über meinen Großvater und dessen Aktivitäten im Zusammenhang mit der jüdischen Emigration nach Osten"

15.06.2023 18:30 - 20:00

A hybrid u:japan lecture by Higuchi Ryuichi (Meiji Gakuin Universität, Japan)

| Prolog |

S.E. MIZUUCHI Ryuta, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter von Japan in Österreich wird zunächst einen kurzen Überblick über den Hintergrund der Judenpolitik der japanischen Regierung vor dem zweiten Weltkrieg und die Fakten zur Rolle Higuchi Kiichiros geben, bevor es zum Vortrag von Prof. Higuchi übergeht.

| Abstract |

Am 11. Oktober 2022 wurde eine Statue meines Großvaters Kiichiro Higuchi im Izanagi Schrein (伊弉諾神宮) auf der Insel Awajishima (淡路島) enthüllt. In jüngster Zeit wird er in Japan als Retter der jüdischen Flüchtlinge in der Mandschurei vor dem letzten Krieg und als Verteidiger von Hokkaido gegen die ungerechtfertigte Invasion der Sowjetischen Armee nach dem Kriegsende 1945 verehrt. 
Kiichiro Higuchi wurde 1888 auf der Insel Awajishima geboren. Nach den beiden Kriegen gegen China (1894-96) und Russland (1904-05) entschied er sich spontan, eine militärische Laufbahn einzuschlagen. Nach dem Abschluss der Kriegsschule und Militärakademie wurde er zum Offizier für Nachrichtenwesen. Im Zuge der Sibirischen Intervention (1918-22) wurde er nach Wladiwostok entsandt und wohnte bei einer jüdischen Familie, durch die er die tragische Geschichte der Juden kennenlernte. 1925-28 war er als Militärattaché in Warschau tätig, wo er seine Kenntnisse nicht nur über die politische Lage innerhalb Europas, sondern auch die damalige Situation der jüdischen Bevölkerung vertiefte.  
1937 entsandte ihn der Generalstab für kurze Zeit nach Berlin, um die Politik des Dritten Reichs kritisch zu untersuchen. Infolge des Ausbruchs des japanisch-chinesischen Krieges wurde er nach Tokio abberufen und anschließend als Leiter der “Spezialeinheiten” (Anm: des Nachrichtendienstes) nach Harbin in der damaligen Mandschurei geschickt, das als Zentrum der jüdischen Gemeinde im Fernen Osten galt. Es war vermutlich die Freundschaft mit deren Vorsitzenden, Dr. Abraham Kaufman, die ihn veranlasste, in Folge eine judenfreundliche Politik vorerst in der Mandschurei und dann innerhalb der japanischen Regierung zu etablieren. Einem heftigen Protest Deutschlands gegen das japanische Außenministerium und den Generalstab wegen seiner pro-jüdischen Ansprache beim ersten jüdischen Kongress im Fernen Osten 1937 folgte seine Abberufung nach Tokio, wo er zum Leiter der 2. Sektion des Generalstabs befördert wurde. In dieser Funktion gelang es ihm im Hintergrund, den “Fünf-Minister-Beschluss“, Grundprinzipien der damaligen Judenpolitik Japans, Ende 1938 unter dem Heeresminister Seishiro Itagaki zugunsten der Juden zu verfassen und infolgedessen mehreren tausenden aus dem Dritten Reich fliehenden jüdischen Flüchtlingen den Weg in die Freiheit zu verschaffen. Prof. Meron Medzini der Hebrew Universität schreibt in seinem Buch, „Under the Shadow of the Rising Sun. Japan and the Jews during the Holocaust Era”, Boston 2016: “ in the empire the Japanese created beginning in 1931 (Anm: Kaiserreich Mandschukuo), numbering a total of some thirty-five to forty thousand Jews who were lucky compared to their brethren who were extermised in Europe”.    

| Bio |

Prof. Dr. Ryuichi HIGUCHI
Higuchi Ryuichi (geb. 1946) ist ein renommierter Bach-Forscher und Dirigent in Japan und aktuell Professor Emeritus für Musikwissenschaft an der Meiji Gakuin Universität. Er ist auch bekannt als Enkel von Generalleutnant Kiichiro Higuchi, der sich für den freizügigen Transit jüdischer Flüchtlinge in Ostasien 1937-1941, einschließlich nach Mandschukuo, einsetzte. Sein Großvater gilt als Verteidiger von Hokkaido gegen die russische Aggression unter Stalin nach der Akzeptanz der Potsdamer Deklaration durch Japan im August 1945.  
Ryuichi Higuchi studierte an der Keio Universität in Tokio und besuchte 1972 das Bach-Archiv Leipzig, wo er die Grundlage für seine Bachforschung bei Werner Neumann schuf. 1974-79 studierte er als Stipendiat des DAADs bei Georg von Dadelsen in Tübingen und edierte im Rahmen seiner Dissertation sieben Kirchenkantaten J. S. Bachs (Neue Bach-Ausgabe I-34). Das Dirigieren erlernte er bei Alexander Sumski und wurde Chorleiter an der Marienkirche in Stuttgart. Seit seiner Rückkehr nach Japan ist er vielseitig tätig als Musikwissenschaftler, Dirigent und Kritiker für die Bach-Forschung in Japan. Im Jahr 2000 begründete er unter der Schirmherrschaft Helmut Rillings die Konzert-Vereinigung "Bach Akademie Meiji Gakuin Tokyo" mit eigenem Chor und Orchester auf Originalinstrumenten. In seiner Funktion als künstlerischer Leiter gab er viele Konzerte und verantwortete deren CD- Aufnahmen.
Von 1985-1992 war er Generalsekretär der Alban Berg Gesellschaft Japan und seit 2022 ist er als deren Präsident tätig. 1998 war er Gastforscher des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Wien und hielt u.a. den Vortrag „Die Japanischen Blätter Op.15 – Gottfried von Einems Beschäftigung mit Japan“ im Rahmen des Internationalen Einem-Kongresses der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. 2006 war er Gastforscher des Arnold Schönberg Centers Wien. 2012-17 war er als Vizepräsident der Internationalen Gesellschaft der Musikforschung, mit Sitz in Basel, tätig und realisierte deren Weltkongress 2017 in Tokio. 2015 wurde ihm vom Deutschen Akademischen Austauschdienst der Theodor-Berchem-Preis verliehen. Im Jahr 1988 erhielt er den Kioto-Musikpreis und wurde 2002 mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet.
Nachdem er 2018 Gastvorträge über seinen Großvater in Jerusalem und Tel Aviv auf Einladung der dortigen Japanischen Botschaft gehalten hatte, wurde er wiederholt zu Vorträgen in verschiedenen Städten Japans eingeladen. Außerdem publizierte er die beiden Bücher Kiichiro Higuchis Nachlässe – ein General, der die jüdischen Flüchtlinge und Hokkaido rettete (陸軍中将樋口季一郎の遺訓 ユダヤ難民と北海道を救った将軍), 532 Seiten, Bensei Shuppan, 2020 und Kiichiro Higuchis Memoir(陸軍中将樋口季一郎回想録), revidierte Neuausgabe, Japanisch, 723 Seiten, Keibunsha Shobo, 2022.

| Date & Time |

u:japan lecture | s06e12
Thursday 2023-06-15, 18:30~20:00
max. 50 participants (on site) + max. 300 participants (online) 

| Place & Preparations | 

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| Further Questions? |

Please contact ujapanlectures.ostasien@univie.ac.at or visit https://japanologie.univie.ac.at/ujapanlectures/s06/#e12.

Organiser:

Institut für Ostasienwissenschaften - Japanologie

Location:
Seminarraum 1 (Hof 2, Tür 2.4, EG)

„Generalleutnant Higuchi Kiichiro – Erinnerungen“ (Neuauflage) 2022

「陸軍中将樋口季一郎回想録」(複刻新版)2022

Prof. Dr. Ryuichi HIGUCHI ist ein renommierter Bach-Forscher und Dirigent in Japan und aktuell Professor Emeritus für Musikwissenschaft an der Meiji Gakuin Universität.

S.E. MIZUUCHI Ryuta, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter von Japan in Österreich.

User Engagement Against Online Hate Speech: The #Netto-uyo BAN Matsuri since 2018

22.06.2023 18:30 - 20:00

A hybrid u:japan lecture by Ayaka Löschke (FAU Erlangen-Nürnberg, Germany)

| Abstract |

The social media industry, despite its vast membership, has experienced a significant decline in advertisement revenue since 2022, leading to mass layoffs. These cutbacks have also affected content moderators responsible for regulating hateful content. In this situation, user engagement becomes an indispensable part of content moderation, particularly in addressing online hate speech. This guest lecture focuses on Japanese internet users who have taken on the challenging task of systematically reporting online hate speech and other forms of hateful content to social media companies. It addresses two questions: (1) What types of users participate in such user engagement? (2) What motivates and sustains Twitter users in their engagement?
   To address these questions, the #Internet Rightists Ban Festival (Netto-uyo Ban Matsuri) is selected as the Japanese case study. Launched in May 2018, this collective action has continued to the present day, resulting in the removal of over 990,800 videos and 4,000 channels from YouTube, as well as the deletion of more than 270 million tweets and 11,000 accounts from Twitter.
   The lecture will begin by providing background information on the Japanese case study, including the Japanese internet culture, which is marked by cynicism and gamification, and the analytical framework offered by the German case study since 2016 (#ichbinhier). In the main part, the lecture will present the results of a qualitative content analysis of 3,821 tweets posted in 2018 and 2020, examining three determinants of user engagement against hateful content proposed by scholars specializing in the German case study.
   The lecture argues that Japanese user engagement has been driven particularly by the perception of personal abilities, including gaming and comment-writing skills, as well as the perception of personal benefits, especially derived from gamification and irony.   

| Bio |

Ayaka Löschke (ayaka.loeschke@fau.de) is a Junior Professor of Japanese Studies at the University of Erlangen-Nuremberg since 2019. She holds an MA in Philosophy from Sophia University in Tokyo (2008), a second MA in Philosophy from the University of Bonn (2012). In 2013, she changed her major from philosophy to social scientific Japanese studies. She obtained a PhD in Japanese Studies from the University of Zurich in 2018. Her research fields encompass Japanese politics, civil society, and social movements, with a specific focus on the regulation of hate speech in Japan (ongoing project) and the legacies of post-Fukushima activism aimed at protecting people from radiation (dissertation project).

| Date & Time |

u:japan lecture | s06e13
Thursday 2023-06-22, 18:30~20:00
max. 50 participants (on site) + max. 300 participants (online) 

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| Further Questions? |

Please contact ujapanlectures.ostasien@univie.ac.at or visit https://japanologie.univie.ac.at/ujapanlectures/s06/#e13.

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Institut für Ostasienwissenschaften - Japanologie

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Seminarraum 1 (Hof 2, Tür 2.4, EG)

Zen in den Kampfkünsten, oder wie verhält sich Religion zum Krieg?

29.06.2023 18:30 - 20:00

A hybrid u:japan lecture by Wolfgang Herbert (Tokushima University, Japan)

| Abstract |

Was hat das Zen, verwurzelt in einer Religion, deren höchstes Gebot das Nicht-Töten, ja Nicht-Verletzen lebender Wesen ist, mit den Kriegskünsten zu schaffen? „Mind Fitness Training“ basierend auf mindfulness (urbuddhistisches Achtsamkeitstraining) wird vom US-Militär praktiziert, um mit erhöhter Aufmerksamkeit Drohnen zu steuern oder Feuerwaffen zu bedienen. Hat das mit der Lehre des Buddha noch irgendetwas zu tun? Kann es analog aus christlicher Sicht einen heiligen oder auch nur gerechten Krieg geben, wenn man die fundamental pazifistische Bergpredigt ernst nimmt? Am Beispiel des Zen-Buddhismus möchte der Referent diesen Ambivalenzen nachgehen. 
Schon der erste Patriarch des Zen in China, Bodhidharma, wird der Legende nach mit der Entwicklung einer Faustkampfmethode in Verbindung gebracht. Als Zen im frühen Mittelalter nach Japan kam, geriet es unter die Patronanz der zu politischer Macht aufgestiegenen Kriegerkaste (der bushi, vulgo Samurai). Das rigorose Geistestraining und Detachment des Zen wurde in die Kunst des ungerührten Tötens integriert. Auf die Schriften berühmter Schwertkämpfer beriefen sich auch Zen-Priester, die in den von Japan im 20. Jh. geführten Kriegen ideologische Beihilfe geleistet haben. Ihre verkorksten Legitimationen des Tötens in der Schlacht sollen analysiert werden. Handelt es sich um perverse Verdrehungen der Lehre oder sind Zweckentfremdungen dieser Art dem Zen inhärent, wenn es auf eine reine Psychotechnik reduziert und seiner ethischen Grundlagen beraubt wird? Anhand historischer und gegenwärtiger Beispiele sollen diesbezügliche Sondierungen vorgetragen werden.   
Die Anrufung höherer Mächte oder der Einsatz spiritueller Fähigkeiten bei der Mobilisierung zum Krieg dürften seit Anbeginn der Geschichte der Menschheit eine Rolle gespielt haben und können starke emotionale und motivationale Kräfte wecken. Den möglichen Tod vor Augen habend, eröffnet sich ein Nexus zur Transzendenz wie von selbst. Da kann dann (jede) Religion umstandslos für martialische Ziele instrumentalisiert werden und wird es auch – quod erat demonstrandum.   

| Bio |

Dr. Wolfgang Herbert, Studium der Japanologie, Philosophie und Religionswissenschaften an der Universität Wien, Professor für Vergleichende Kulturwissenschaften an der Universität Tokushima, 6. Dan Shotokan Karate-dô; Autor des Buches: Buddha, Zen und Achtsamkeit. Eine kurze Geschichte des Buddhismus im deutschen Sprachraum. Essen: Oldib 2012, und des Artikels „Was hat Bodhidharma im Karate-dōjō verloren?“ in OAG Notizen 2019/05 (https://oag.jp/img/2019/05/Notizen-1905_Bodhidharma.korr_.pdf).

| Date & Time |

u:japan lecture | s06e14
Thursday 2023-06-29, 18:30~20:00
max. 50 participants (on site) + max. 300 participants (online) 

| Place & Preparations | 

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| Further Questions? |

Please contact ujapanlectures.ostasien@univie.ac.at or visit https://japanologie.univie.ac.at/ujapanlectures/s06/#e14.

Organiser:

Institut für Ostasienwissenschaften - Japanologie

Location:
Seminarraum 1 (Hof 2, Tür 2.4, EG)

u:japan lectures @ University of Vienna

30.06.2022

Contact & Team

Email & Web & Phone:

Postal Address:

Department of East Asian Studies, Japanese Studies
Spitalgasse 2, Hof 2.4 (Campus)
1090 Vienna, Austria

Team:

Wolfram Manzenreiter
Bernhard Leitner
Christopher Kummer
Ralf Windhab
Florian Purkarthofer

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